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Leone de Castris
Leone de Castris interpretiert den Primitivo in seiner extremsten Ausprägung, dem Dolce Naturale, wo die Reife der Traube zur Struktur wird, anstatt nur eine Ergänzung zu sein. Die Bezeichnung, die sich über 19 Gemeinden rund um Manduria erstreckt, schreibt einen Mindestalkoholgehalt von 16% vor, der ausschließlich durch phenolische Konzentration erreicht wird: keine Korrektur, sondern die apulische Sonne, die bis zum Limit in der Beere festgehalten wird. Das Ergebnis ist ein Wein, der Kraft und Maß, Süße und Spannung vereint, ohne dem Exzess zu verfallen. In dieser Flasche erkennt man einen zeitgenössischen südlichen Weinbau, der auf den Sortencharakter achtet und gleichzeitig an die strengen Standards der DOCG gebunden ist. Es ist ein schwieriges Gleichgewicht: die Reifung bis zum zulässigen Höchstmaß voranzutreiben und im Glas die Ordnung und Definition zu bewahren, die einen gelungenen Dolce Naturale von einem einfach kräftigen Wein unterscheiden. Das Maß ist hier keine von außen auferlegte Grenze, sondern der Maßstab, mit dem der Produzent die Intensität der Frucht steuert und sie zu einer erkennbaren Signatur macht.
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